Mama bloggt jetzt

Ich lese gerne! Und ich lese eigentlich viel. Also eigentlich. Wenn ich Zeit habe. Bücher waren für mich immer anziehend. Ich kaufe sie am liebsten im Hardcover-Format, weil es sich dann "echt" anfühlt. Ich rieche an ihnen. Ich betatsche sie. Ich wiege sie in meinen Händen. Digitale Bücher kommen mir nicht ins Haus. Ein Streifzug durch eine kleine, nette, persönlich geführte Buchhandlung ist für mich wie ein Wellness-Programm. Ich stöbere, ich bin auf der Jagd, sehe mir Cover an, lese die ersten Seiten und gehe meist mit mehreren Büchern nach Hause. Dann ab auf die Couch, ich bilde einen Stapel und höre in mich hinein: Welches Buch soll es sein? Und dann wird gelesen...stundenlang. Vielleicht brennt ein schönes Feuer im Kamin. Vielleicht trinke ich ein Glas Rotwein dazu. Schon bald bin ich ganz versunken in die Geschichte, das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Herrlich, Stunden in der Welt der Bücher zu verbringen...Aber leider Vergangenheit! Jetzt habe ich Kinder. Alleine die Erstellung dieser Website hat mich Schweißausbrüche gekostet. Der ältere Sohn (3,5 Jahre) krabbelt unterm Schreibtisch herum und ruft "Mamaaaaaa, kann ich Tablet gucken?", der zweite Sohn (5 Wochen) hängt über der linken Schulter und gibt merkwürdige Grunzlaute von sich, während ich gleichzeitig versuche herauszufinden, wie ich diese Seite in den Wartungsmodus setzen kann, panisch, weil ich denke, dass ich sofort eine Abmahnung bekomme, weil ich Buchcover abgebildet habe. Jimdo schreibt mir eine Mail: "Herzlichen Glückwunsch, deine Seite ist online" und ich so "Was? Nein? Die ist doch noch gar nicht fertig". "Mamaaaaaa...kann ich fernsehen?". "Nein." "Mamaaaaaa...kann ich was Süßes?". "Nein, warte mal bitte, ich muss hier was machen, das ist wichtig". "Mamaaaaa...kann ich dir helfen?". "Schatz, das ist lieb, aber hierbei kannst du mir nicht helfen." "Mamaaaaa...kannst du mein Lego richtig machen?" Aaaargh.... Mein Leseverhalten hat sich also verändert. Ich sehe meine Bücher aus der Ferne. Sie liegen auf dem Nachttisch oder auf dem Couchtisch. Sie rufen nach mir. Das Lesezeichen verharrt starr in seiner Position. Dafür kann ich Kinderbücher mittlerweile auswendig aufsagen, die lese ich nämlich regelmäßig. Jeden Abend, mehrere sogar. Mein ältester Sohn liebt das. Aber irgendwann, wenn alle meine Jungs inklusive Ehemann versorgt sind, wenn der Große schlummert und der Kleine satt ist, dann kommt meine Zeit. Dann nehme ich mein Buch und lese. Zwei Seiten. Maximal. Dann fallen mir die Augen zu.

 

 

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