Männer sind so anders, Teil 2

Ich kann mich ja gar nicht beschweren. Mein Mann gehört zu der seltenen Sorte, die wirklich Aufgaben im Haushalt übernehmen, sich um die Kinder kümmern und gleichzeitig bemüht sind, der Angebeteten Freiräume zu schaffen. "Schatz, geh du in die Sauna, ich kümmere mich um die Kinder". Wenn mein Mann diesen oder einen ähnlich gearteten Satz äußert, könnte ich ihm regelmäßig vor Glück liebevoll in seinen Stachelbart zwicken. Und da ich weiß, dass er von meinen Blogbeiträgen immer nur die ersten drei Sätze liest, kann ich jetzt Tacheles reden (lach). Nein, Spaß beiseite, ich habe wirklich großes Glück. Aber ich kenne viele Frauen aus meinem Umfeld, bei denen es mit der Gleichberechtigung in Bezug auf Kinder und Haushalt noch nicht so weit ist, wie wir es uns wünschen und wie es so mancher Mann von sich behauptet. Ja, es gibt Männer die machen zwei Monate Elternzeit. Zwei volle Monate! Der Hammer! In den meisten Fällen gehört der erste Lebensmonat dazu, wenn die Kleinen entweder schlafen oder an der Brust hängen und Mama ja auch noch da ist, falls man(n) mal aufs Klo will. Ok, es ist immerhin ein Anfang, aber da ist noch viel Luft nach oben. Ein Kind über Monate alleine zu betreuen bedeutet: Nicht zu wissen, wann oder ob man schlafen, duschen, essen, trinken, sich anziehen, Pipi machen oder sich die Zähne putzen kann. Schon mal was von der Maslow'schen Bedürfnispyramide gehört? Da muss noch ne Stufe hinzu, ganz unten, noch vor die physiologischen Grundbedürfnisse. Da muss stehen "Erste Voraussetzung, um überhaupt an eigene Bedürfnisse zu denken: Zufriedenes Baby!" Und alle Mütter rufen jetzt so "Hier, kenn ich!" Viel zu oft begegnet mir noch die klassische Rollenverteilung. Und ich will das Wort "klassisch" eigentlich gar nicht verwenden, weil es viel zu positiv besetzt ist. Es ist viel zu oft eine unfaire und ungerechte Rollenverteilung, die wir Frauen gerne mal weglachen mit einem einfachen "Männer!". Als wären die Jungs zu doof, als würden wir Frauen angesichts unseres ersten Nachwuchses nicht auch in die Situation geraten, in der wir denken "Und jetzt? Was mache ich jetzt damit?". Männer können, Männer wollen und Männer sollten in gleichem Maße wie wir an der Kindererziehung und -verantwortung beteiligt sein. Das muss eine Massenbewegung werden. Ein neuer Superfood-Trend! Work-Dad-Balance oder so ähnlich. Traut euch Männer! Erstens steht es euch zu, zweitens könnt ihr das genauso gut (und lasst euch da nix anderes einreden) und drittens: niemand gibt euch diese Jahre zurück. Sie sind unwiederbringlich verloren und ihr verpasst echt was!

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