Titel: Die Erfindung der Flügel

Autor/in: Sue Monk Kidd

Übersetzer/in: Astrid Mania

Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-75485-4 

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Die zehnjährige Hetty wird mit einer Schleife um den Hals verschenkt, an die elfjährige Sarah, Tochter reicher Gutsbesitzer. Dieses Bild verdeutlicht, wie Menschen mit anderer Hautfarbe in der Zeit der Sklaverei behandelt wurden, wie Dinge, die man verschenken kann, ohne jegliches Recht am eigenen Leben und Körper. Sue Monk Kidds "Die Erfindung der Flügel" war eines der ersten Bücher, die ich zum Thema Sklaverei gelesen habe und es hat mich wütend gemacht. Weil es auf schaurige Weise wieder einmal zeigt, dass der Mensch die schlimmste aller Bestien ist. Dass es Menschen gab und gibt, die sich einfach nehmen, was sie wollen und jegliche Empathie vermissen lassen. Bücher über Sklaverei, so wie auch Colson Whiteheads "Underground Railroad", behandeln auch oftmals das Thema Flucht und das führt unweigerlich dazu, angesichts der aktuellen Situation, in der sich viele Menschen befinden, seine eigene Haltung zum Thema Flucht und Fluchtursachen zu reflektieren. Wie stehe ich eigentlich selbst da? Bin ich aktiv oder passiv? Lasse ich das Geschehen in der Welt einfach zu und bleibe in meinem Schneckenhaus oder mische ich mich ein, wenn wieder irgendwelche verbohrten Egoisten völlig abwegige Alleinherrschaftsansprüche äußern? Ich gebe zu, ich könnte mehr tun. Jeder von uns könnte das. Wir müssen ein Bollwerk gegen die Menschenhasser, die sich im Netz herumtreiben und ihre Fremdenfeindlichkeit zur Schau stellen, errichten. Wir müssen alle von Sarah lernen, die sich gegen ihre Erziehung und die Ungerechtigkeit dieser Zeit auflehnt und Hetty das wichtigste lehrt, was man braucht, um den Hetzern die Stirn zu bieten: Lesen. 

 

Mamas Meinung: Kopfschüttelnd und sprachlos war ich über weite Teile dieses Buches. Es ist immer wieder schwer, der Wahrheit ins Auge zu blicken. So böse können Menschen sein. So weit weg ist plötzlich der Gedanke, dass alle Menschen in Frieden miteinander leben können. Und gleichzeitig gibt es dieses Fünkchen Trost, das die Figur Sarah spendet. Es wird immer Menschen geben, die so weitsichtig, so menschenfreundlich und so gutherzig sind, dass sie uns auf die Ungerechtigkeiten dieser Welt aufmerksam machen und mit aller Kraft bekämpfen. Danke!