Titel: Die Geschichte der getrennten Wege

Autor/in: Elena Ferrante

Übersetzer/in: Karin Krieger

Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-42575-6 
www.suhrkamp.de

 

Ich bin im Ferrante Fieber. Die neapolitanische Saga rund um die Freundinnen Lila und Elena begeistert mich seit dem ersten Band. Im Zentrum stehen zwei starke Frauen mit hohem Identifikationspotential, eine melancholisch-nostalgische Bühne, Liebe und Freundschaft in all ihren Facetten. Die neapolitanische Saga hat einfach alles, was ein gutes Buch braucht und ich bin traurig, dass schon bald der letzte Band ansteht. Du verfällst dieser Geschichte, du wirst unweigerlich eingesogen in das Ferrante Universum und so sehr ich auch dafür bin, dass die Anonymität der Autorin gewahrt bleibt, so sehr kann ich es auch verstehen, dass man das Genie hinter diesem Werk kennen lernen möchte. Der Stil von Ferrante, die Beschreibungen der Orte, die Emotionen und die Entwicklung der Charaktere, einfach alles an diesen Büchern lässt mein Herz aufgehen. Lila und Elena versetzen dich in deine Kindheit zurück, du denkst darüber nach, wer dich in deinem Leben in einem solchen Ausmaß beeinflusst hat, dass es richtungsweisend war. Du überlegst, an wem du dich misst, mit wem du dich vergleichst. Du kennst die Gefühle von Neid auf die Andere und du liebst und hasst mit gleicher Inbrunst die männlichen Protagonisten, wie es Lila und Elena tun. Das vermag nur das geschriebene Wort. 

Ich kann für mich persönlich noch nicht das Fazit ziehen, dass es sich bei Lila und Elena wirklich um Freundinnen handelt, jedenfalls ist es keine bedingungslose Freundschaft, sondern eher eine Abhängigkeit. Es gibt zweifelsohne eine sehr spezielle und innige Verbindung zwischen den beiden. Diese Verbindung ist einerseits auf Liebe, Respekt und Wertschätzung, andererseits aber auch auf gegenseitigem Neid, Missgunst und Verletzungen begründet. Und genau diese eher negativ besetzten Emotionen führen dazu, dass sich die Frauen gegenseitig anstacheln. Lila ist der Antrieb, die Batterie für Elena und umgekehrt. Für den dritten Band der Saga "Die Geschichte der getrennten Wege" bin ich zum Erscheinungstermin in die Buchhandlung gefahren und habe mich wie ein Kleinkind gefreut, als ich das Cover entdeckte. Tatsächlich habe ich kurz überlegt, was ich mache, wenn vor der Buchhandlung eine kilometerlange Warteschlange steht, weil sich Fans schon Tage zuvor vor der Buchhandlung häuslich eingerichtet haben, so wie es heutzutage bei neuen Handys oder Sneakers der Fall ist. Das Bild hätte mir gefallen, aber leider war da nix mit Schlange. Ich konnte einfach so reinmarschieren und mir das Buch kaufen. Ein fünftägiger Klinikaufenthalt hat dann sogar dazu geführt, dass ich das Buch in einem Zug durchlesen konnte. Herrlich war das. Also das Lesen am Stück, nicht der Klinikaufenthalt. Den zweiten Teil der Saga habe ich übrigens im Urlaub in Italien gelesen, es gibt keinen besseren Ort für die Lektüre. 

 

Mamas Meinung: Lesen! Unbedingt! So schön! Und zwar alle Teile!