Titel: Nordwasser

Autor: Ian McGuire

Verlag: Mare

ISBN: 978-3-86648-267-8

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Nichts für Zartbesaitete steht auf dem Rücken des Buches, und ich musste mich tatsächlich an vielen Stellen ekeln, den Kopf schütteln, angewidert zur Seite schauen. Dr. Sumner, ein aus der Armee unehrenhaft entlassener Arzt heuert auf der Volunteer an, einem Walfangschiff, das sich unter der Führung von Kapitän Brownlee auf den Weg ins Nordwasser macht, um Wale zu fangen. Man hat aber auch nichts gegen Robbenfleisch oder Eisbärenfell einzuwenden, solange die Bezahlung stimmt. Intensiv berichtet Ian McGuire vom Töten und Ausnehmen der majestätischen Tiere, man hat zuweilen das Gefühl, das Blut schmecken zu können, so direkt und präzise schildert McGuire die bestialischen Szenen.

 

Bereits zu Beginn des Buches erfährt der Leser, dass es dunkle Charaktere an Bord des Schiffes gibt, mit denen es Sumner aufnehmen wird. Er ahnt nicht, dass er sich damit auch Feinde einlädt, die nicht an Bord des Schiffes sind. Plötzlich ist er mittendrin, in einer Geschichte um Betrug, Verrat und Überleben und blickt in die ganz dunklen Abgründe einer menschlichen Seele, auch in die eigenen.

 

Ein sehr gelungenes Buch, ich hatte stets das Gefühl die Kälte Grönlands auf der Haut zu spüren, die Rauheit des Meeres und der Männer auf dem Boot gekoppelt mit ihrem Auftrag haben mir ein Leseereignis beschert, das brutal, derb und voller Gewalt war. Tatsächlich nichts für zarte Gemüter.