Titel: Was man von hier aus sehen kann

Autorin: Mariana Leky

Verlag: Dumont.

ISBN: 978-3-8321-9839-8

www.dumont-buchverlag.de

Luise teilt ihr Leben überwiegend mit ihrer Großmutter Selma, ihr Vater geht auf Reisen, um zu sich selbst zu finden, ihre Mutter lebt eine Lüge. Ihr bester Freund Martin gibt ihr den Halt, den sie im Leben braucht und Frederik, den sie unvermittelt im Wald trifft, bringt es wiederum ins Wanken. So geht es, das Leben, ein Auf und Ab, ein Vor und Zurück und häufig ein Kammerspiel mit starken Figuren und großartigen Dialogen, bei denen zumeist nie das Tonband mitläuft. Bei Mariana Leky scheint es so, als habe sie ausnahmsweise mal nicht vergessen, den Record-Knopf zu drücken, und so schenkt sie uns ein bezauberndes Buch über das Leben und die kleinen Dinge, die es ausmachen. Ja, ich mochte das Buch, aber ich kann die überbordende Begeisterung vieler Leser zu diesem Buch nicht unbedingt nachvollziehen. In dem Buch steckt viel, es trägt die schweren Themen auf eine kokette, nahezu tänzerische Art, es erschafft einen geradezu winzigen Mikrokosmos, in dem sich Luise, Selma, der Optiker, Martin, Marlies und die anderen Figuren bewegen. Es bringt Wahrheiten ans Licht, es ist entzückend und es ist traurig. Aber es macht nicht "BÄM", es ist kein Buch, dass ich voller Begeisterung anderen empfehle, es ist keines, über das ich Stunden und Stunden sprechen könnte, weil es mich so mitgenommen, so gefesselt hätte, weil es mich Dinge gelehrt hat, die mir neu waren oder die ich auf diese Weise noch nie betrachtet hätte. Es ist einfach ein sehr nettes Buch, an vielen Stellen gewollt verschroben und es macht deutlich: Der Mensch ist, wie er ist, du kannst niemanden ändern und du kannst niemanden bitten, seinen Charakter gleich einem Gewand abzulegen.